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SAPH – Schulanfangsphase

Das Konzept der Schulanfangsphase basiert auf dem jahrgangsübergreifenden Lernen. Das heißt, dass in unserer Schule die ersten und zweiten Klassen eine Stammgruppe bilden und  zusammen unterrichtet werden. In insgesamt 8 Kursen lernen an die 160 Schüler, wobei den Kindern durch ihren Klassenlehrer alle wichtigen Lerninhalte (außer Lebenskunde & Religion) vermittelt werden. Im gemeinsamen Unterricht wird häufig selbstständig gearbeitet, wohingegen die Teilungsstunden dazu dienen, neue Lerninhalte einzuführen. Im Folgenden versuchen wir auf die wichtigsten Inhalte der SAPH einzugehen und zu begründen, warum dieses Konzept den Schülern viele Vorteile bringt.

 

Was passiert während des gemeinsamen Unterrichts?

Der gemeinsame Unterricht in der SAPH umfasst ca. 14 Wochenstunden, wobei auch die Fächer Sport, Musik und Kunst mit in diesen Stunden enthalten sind. Aber wie funktioniert der gemeinsame Unterricht in einer altersgemischten Klasse? Die Lernenden erarbeiten sich selbst ein vorgegebenes Thema durch leistungsdifferenziertes Material, sodass jeder Schüler auf seinem Niveau das gleiche Thema bearbeitet. Dabei unterstützen sich die Schüler mit ihrem jeweiligen Wissensstand gegenseitig und lernen, sozial miteinander umzugehen und sich kooperativ zu verhalten. Durch themenorientiertes und abwechslungsreiches Arbeiten wie Lernen an Stationen, Arbeit am Wochenplan, Werkstattsunterricht, Projektarbeit, Gespräche im Sitzkreis oder Gruppenarbeit eignen sich die Schüler neue Lerninhalte selbstständig an.

Damit unsere „Ersties“ zu Beginn nicht verzweifeln, erhält jeder Schulanfänger einen Lernpaten („Zweities“) an seiner Seite, der ihm helfend zur Seite steht und sich um ihn kümmert, damit unsere Lernanfänger sich schnell an den Schulalltag gewöhnen können. Dabei sind auch feste Rituale wichtig, die in den gemeinsamen Unterricht eingebracht werden.

 

Was ist ein Wochenplan und welche Bedeutung hat er für die SAPH?

Damit unsere Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrer den Überblick behalten, aber vor Allem, dass realisiert werden kann, dass jeder Schüler entsprechend seines Lern- und Leistungsniveaus sowie Lerntempos lernen kann, arbeiten viele der Saph-Klassen mit dem Wochenplan.

Die Lehrkraft bereitet den Wochenplan individuell für jeden Schüler für eine Woche vor. Der Wochenplan hängt meist vorn an der Tafel als Plan für jeden Schüler sichtbar aus. Die Schüler haken bereits erledigte Aufgaben ab, so können sie selbst überblicken und einschätzen, was sie noch bearbeiten müssen.  In diesem Plan enthalten sind beispielsweise Aufgaben für Deutsch, Mathe oder auch Sachunterricht. Die Schüler haben im Laufe der Woche Zeit, diese Aufgaben entsprechend ihres Lerntempos zu bearbeiten. Je nach Aufgabenstellung bearbeiten die Schüler die Aufgaben alleine, in Partner- oder Gruppenarbeit.  Dort enthalten sind auch die Wochenhausaufgaben, für die Bearbeitung sie ebenfalls eine Woche Zeit haben. Am Ende der Woche gibt es eine Wochenauswertung zum Wochenplan, wo nicht nur für die Schüler sondern auch für die Eltern transparent werden soll wie ihr Kind im Laufe der Woche gearbeitet hat. Also, hat es den Wochenplan geschafft oder sich zu sehr Zeit gelassen? Muss eventuell nochmal nachgearbeitet werden?

Durch die Arbeit mit dem Wochenplan gewinnen die Schüler mehr Selbstständigkeit und lernen ihren Lernprozess besser einzuschätzen und zu steuern.

  

Wie lange dauert die SAPH?

Kinder kommen trotz gleichen Alters mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in die Schule. Unser Anliegen ist es dem Rechnung zu tragen und den Schülern genügend Zeit zu geben,  ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterzuentwickeln und die Im Rahmenlehrplan vorgegebenen Lerninhalte ausreichend vertiefen zu können.

Ohne der flexiblen Schulanfangsphase würden alle Kinder bereits ab dem dritten Schuljahr zensiert werden (wenn die Mehrheit der Eltern dies beschließt).

Durch die Zensierung stehen die Leistungen der Kinder im direkten Vergleich und vorhandene Leistungsdefizite werden ihnen immer wieder vor Augen geführt.  Nicht alle Kinder sind jedoch diesem Druck schon nach zwei Jahren Schulzeit gleichermaßen gewachsen.

Unsere mehrjährige Erfahrung zeigt uns , dass gerade das zusätzliche dritte Jahr in der SAPH vielen Kindern hilft,  Lernfortschritte zu erzielen und dadurch Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aufzubauen und die Freude am Lernen zu erhalten.

Dieses dritte Jahr in der SAPH wird nicht auf die allgemeine zehnjährige Schulpflicht angerechnet.

 

Warum haben die Schüler Teilungs- / Freizeitstunden?

Aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen haben alle SAPH-Klassen einen Anspruch auf 2 zusätzliche Stunden pro Woche. Durch weitere schulischen Rahmenbedingungen, wie z.B. der Anzahl an Kindern nicht deutscher Herkunft, wird es möglich, ca. 10-12 Teilungsstunden pro Klasse zu erhalten. Diese Teilungsstunden werden stundenplanmäßig so gestaltet, dass unsere „Ersties“ z.B. Lebenskunde/Religion haben und unsere „Zweities“ in der Zeit vom Klassenleiter unterrichtet werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verbindung mit dem OGB (offener Ganztagsbetrieb). Die Schüler, die nach dem Stundenplan der 1. Klasse unterrichtet werden, haben in bestimmten Stunden Freizeit. Im selben Zeitraum werden die Kinder, die nach dem Stundenplan der 2. Klasse unterrichtet werden, in einer kleinen Gruppe vom Klassenlehrer unterrichtet (und umgekehrt).

Das hat den Vorteil, das die SAPH-Klassen einige Stunden mehr zur Verfügung haben, in denen der Lehrer nur „Ersties“ oder „Zweities“ unterrichtet. Darüber hinaus können sich unsere Schüler während dieser Zeit aktiv, und doch pädagogisch sinnvoll vom Unterrichtsgeschehen ablenken und so ihren Tagesablauf kreativ gestalten.

Die enge Zusammenarbeit mit den Erziehern, die außerdem noch in mindestens 4 Stunden pro Woche als Unterstützung im Unterricht agieren, ist ein weiterer Vorteil der SAPH.

 

Wie wird in der SAPH zensiert?

In den ersten zwei Schuljahren erhalten unsere Schülerinnen und Schüler am Ende des Schuljahres eine verbale Beurteilung in reiner Textform.

Die verbale Beurteilung umfasst Aussagen zum Sozialverhalten und zur Lernentwicklung. Weiterhin wird auf den Lernstand jedes Schülers in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachkunde, Musik und Sport eingegangen.

Außerdem finden zum jeweiligen Halbjahr Elterngespräche statt. Hier ist es den Eltern möglich, alle auftretenden Fragen zum eigenen Kind, mit dem Klassenlehrer zu klären.

 

Wie wird in der SAPH differenziert?

Ein großer Vorteil der Schulanfangsphase ist es, dass alle Kinder zu jeder Zeit entsprechend ihres Leistungsstandes arbeiten. Dadurch treten die verschiedenen Leistungsniveaus nicht so stark in den Vordergrund. Der Leistungsdruck eines jeden Kindes wird gemindert und sein Selbstwertgefühl gesteigert. Durch die Jahrgangsmischung helfen und ergänzen sich die Schüler untereinander, was letztlich ihre Sozialkompetenz enorm stärkt.
Im Deutschunterricht würde das so aussehen: während die Großen vorlesen, suchen die Kleinen nach den richtigen Bildern oder Antworten und lassen diese von ihnen verschriftlichen. Durch die ständige Interaktion trainieren unsere Schüler ihre Kommunikationsfähigkeit.

Darüber hinaus schafft die SAPH jene Voraussetzungen, um leistungsstarke Schüler frühzeitig zu fordern und leistungsschwächere Schüler zu fördern. Dies geschieht im mündlichen Bereich nicht selten auch unbewusst durch mehrmaliges Mitverfolgen der Unterrichtsinhalte der jeweils anderen Niveaustufe.

 

Warum haben wir uns für das Konzept der SAPH entschieden?

Aus langjähriger Erfahrung können wir sagen, dass die SAPH sowohl Lehrern, als auch Schülern viele Vorteile bringt. Durch die Teillungsstunden haben wir Lehrer wesentlich bessere Chancen,  auf einzelne Kinder einzugehen und gezielter Rückmeldungen zu geben, als in einem großen Klassenverband. Die Kinder, die zu diesem Zeitpunkt nicht unterrichtet werden, genießen eine Stunde Freizeit und können spielen, entspannen oder sich mit ihren Freunden unterhalten. Hinzu kommt noch, dass die Binnendifferenzierung in 1/2 viel mehr Möglichkeiten bietet. Ein geringeres Leistungsniveau wird dem einzelnen Kind gar nicht direkt bewusst. Dadurch bleibt das Selbstwertgefühl erhalten und es entsteht kein unnötiger Leistungsdruck. Des Weiteren wird das soziale Miteinander dadurch gefördert, dass die Kleinen von den Großen lernen und die Großen den Kleinen helfen. Somit übernehmen sie Verantwortung für andere und für ihr eigenes Handeln. Da die Zweities alle schulischen Abläufe kennen, muss von unserer Seite her nicht mehr so viel erklärt werden, was letztlich eine Arbeitserleichterung darstellt. Durch die Vielzahl an Projekten oder Werkstätten und der Arbeit am Wochenplan lernen die Kinder das selbstständige Arbeiten und wie sie sich am besten die eigene Arbeitszeit einteilen. Die SAPH hat bis jetzt jedem Kind gut getan und zu Lernfortschritten geführt.