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Wir sind eine ETEP – Schule! 

Was ist Entwicklungstherapie/ Entwicklungspädagogik (ETEP)?

 

Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik (ETEP) ist ein pädagogisches Programm zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit sich anbahnenden oder bereits existierenden Verhaltensproblemen. Das Programm dient zusätzlich der präventiven Arbeit beim Aufbau von Verhaltenskompetenzen.
Die Förderung zielt auf den Ausbau sozial-emotionaler Fähigkeiten und orientiert sich an den Stärken und Ressourcen der Kinder.

ETEP basiert auf einer Kombination von Verhaltenstheorien und psychodynamischen Theorien zur kindlichen Entwicklung, die in den 70er Jahren von Prof. Mary M. Wood in den USA zu einem effektiven pädagogischen Programm verbunden wurden. Seit Anfang der 90er Jahre wurde das Modell in Deutschland modifiziert und in der Praxis mit vielversprechendem Erfolg erprobt.[1]

 

Wie funktioniert die Umsetzung in unserer Schule?

Zurzeit sind 3 Pädagogen (2 Lehrerinnen und eine Schulsozialarbeiterin) mit dem ETEP – Konzept vertraut und wenden es in ihrem Unterricht an. Damit die Arbeit mit diesem Konzept noch erfolgreicher ist, arbeiten sie in einem Team in vereinzelten Unterrichtsstunden zusammen.

Die Schüler erhalten ihrem Entwicklungsstand angepasste Förderziele, die auch gemeinsam mit dem Schüler festgelegt werden können. Die Pädagogen sorgen mit dem speziell auf die Förderziele abgestimmten Unterricht dafür, dass die Schüler ihre Ziele erreichen und Erfolg erleben.

Es werden Unterrichtsthemen ausgewählt, die den Schülern Identifikationsmöglichkeiten bieten und ihre sozial-emotionalen Anliegen treffen. Da es verhaltensauffälligen Kindern in der Regel an innerer Sicherheit und Struktur mangelt, ist die äußere Strukturierung das entscheidende Gestaltungselement, um Sicherheit zu vermitteln.

Die Form und das Maß der Strukturierung werden der jeweiligen Entwicklungsstufe angepasst.

Die 4 Leitgedanken, welche Eckpfeiler des ETEP – Programms darstellen, werden im Unterricht ebenfalls berücksichtigt:

  1. Den Blick auf die Stärken richten

Dadurch, dass die Stärken eines Kindes in den Blick genommen werden, wird sein Selbstvertrauen gefördert und der Aufbau von Verhaltensweisen, die entwicklungsangemessen sind, unterstützt.

  1. Der Entwicklungslogik folgen

Der normale Prozess der sozialen, emotionalen und verhaltensbezogenen Entwicklung nimmt einen vorhersagbaren und geordneten Verlauf. Darüber hinaus tragen jedoch biologische Vor-aussetzungen und vorausgegangene Erfahrungen mit anderen Menschen dazu bei, dass sich die Reise eines jeden Kindes auf diesem Entwicklungsweg einzigartig gestaltet. Da wir auf die Individualität eines jeden Kindes innerhalb der typischen Entwicklungsverläufe sensibel achten, wird das Persönlichkeitswachstum unterstützt.

  1. Freude und Erfolg gewährleisten

Die Bereitschaft eines jungen Menschen, neue Verhaltensweisen zu erproben, hängt ab von signifikanten, zufriedenstellenden vergangenen Erfahrungen. Aus diesem Grund werden den Kindern die Möglichkeiten für solche Erfahrungen eröffnet und sie damit zum Erlernen neuer Verhaltensweisen motiviert.

  1. Für bedeutsame Erfahrungen sorgen

Lernen geschieht durch Ereignisse, die sowohl persönlich als auch gesellschaftlich bedeutsam sind. Es erweitert sich dann auf alle Lebensbereiche des Kindes. Das Erziehungsprogramm lässt sich auf die Lebenswelt des Kindes außerhalb des Unterrichts übertragen, so dass die im Programm erworbenen Verhaltensfähigkeiten im realen Lebensumfeld zufriedenstellende Ergebnisse erbringen.[2]

 

Auf welcher Grundlage werden die Förderziele für die Schüler formuliert?

Um das tatsächliche Entwicklungsalter eines Kindes einzuschätzen und daraus resultierenden Förderziele und –maßnahmen abzuleiten, wird ein Entwicklungstherapeutischen/ entwicklungspädagogischen Lernziel–Diagnose-Bogen (ELDiB) verwendet. Der ELDiB umfasst die vier Bereiche: Verhalten, Kommunikation, Sozialisation und (Vor-) Schulleistung. Außerdem stellt der ELDiB ein Instrument dar, um den Lernfortschritt zu dokumentieren.

 

Ausblick

An der nächststattfindenden 1 ½ jährigen Ausbildung wird wieder ein Pädagogenteam unserer Schule teilnehmen.

Ab dem 01. Mai 2014 wird eine Schulsozialstation, die sich ebenfalls an den ETEP-Grundsätzen orientieren wird, aufgebaut.

 

Die Pädagogen unterstützen die Schüler, damit sie ihre persönlichen und die Klassenziele erreichen:

Es werden Themen behandelt, mit denen sich die Schüler identifizieren können und die ihre sozial-emotionalen Anliegen treffen:

  • Angst
  • Freundschaft
  • Mut
  • Gefühle erkennen und äußern
  • Anderssein
  • Wohin mit meiner Wut? 

 

 

Die Unterrichtsthemen werden schülerorientiert aufgearbeitet und ansprechend gestaltet: 

Ein Beispiel für äußere Strukturierung ist die Strukturierung des Tages beziehungsweise einer Unterrichtsstunde. Die Schüler wissen vorher, was auf sie zukommt, was erwartet wird und können sich darauf einstellen. Verhaltensauffälligen Kindern gibt das die notwendige Sicherheit, die ihnen häufig fehlt. Sicherheit bieten natürlich auch Rituale, wie der Morgenkreis nach jedem Wochenende.

In den unterschiedlichen Phasen von 1 - 8 können die Schüler an den Klassenziele (1) und (2) arbeiten:

 (1) Ich höre gut zu!

 (2) Ich melde mich!

Wenn die Klasse die Ziele erreicht hat, werden der Entwicklungslogik folgend, weitere Ziele aufgestellt und an deren Umsetzung gearbeitet. 

 

[1] http://www.etep.org/ (Stand 10.10.2013)

[2]http://www.berlin.de/imperia/md/content/lb-lkbgg/bfg/nummer22/39_jack.pdf?start&ts=1185886403&file=39_jack.pdf